Recruitment ist unpraktikabel.

Und das nicht mal mit Absicht.

Es ist einfach undurchdacht.

Warum lädt man einen Bewerber ein?

Weil man die Persönlichkeit des Bewerbers kennen lernen will, um zu sehen,
ob er in das junge, dynamische Team mit flachen Hierarchien passt? 

Wenn dem so ist, warum führt ein Personaler das Gespräch, und nicht die zukünftigen Kollegen?

 

Sind Personaler bessere Interviewer?

Um einen fremden Menschen unter Stress  in kurzer Zeit realistisch einschätzen zu können,
sind zumindest Grundlagen im lesen von Mimik, Körpersprache, Semantik und Psychologie nötig.

Ich bezweifle, das mehr als 1% aller Personaler diese Kompetenz besitzen.

Es ist extrem schwer herauszufinden, ob eine unbekannte Person authentisch ist.

Daran scheitern selbst  Gutachter, die vor Gericht ein Persönlichkeitsgutachen erstellen.

Und Ehepartner nach 30 Jahren Ehe.

Mit welcher Begründung sollte ein Personaler nach 30 Minuten ein fundiertes Urteil fällen können?

Er kann es nicht. 

Andernfalls wäre ja jeder jemals eingestellte Mitarbeiter ein Volltreffer.

Der erste Eindruck und der letzte Eindruck weichen nicht selten drastisch voneinander ab.
Erst recht unter Stress.

Und wenn der Zeitsparfaktor der entscheidende ist, dann ist das System vom Grundsatz her falsch.

Faktor Nummer 1 sollte die Einschätzung des Bewerbers sein. Nicht Zeitersparnis.

Hier beginnt die Heuchelei.

Qualifikation ist nicht der Hauptfaktor.
Bewerber und Personaler sind nicht auf Augenhöhe. 

Der eine braucht händeringend einen Job, der andere hat einen zu bieten.

Wie soll so eine gehaltvolle Kommunikation stattfinden?

Fachliche Kompetenz auf beiden Seiten?

Wären Personaler geschult in bedürfnisorientierter Kommunikation auf Augenhöhe,

und hätten das notwendige Maß an Empathie, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen, 

würde man Bewerber nicht so einer ungleichen und Stress verursachenden Situation aussetzen.

Es würde dann auch nicht dazu kommen, dass ein falsches Wort zu Missverständnissen führt,
und ein fachlich kompetenter Bewerber nur deshalb aus dem Rennen ist. 
Gleichzeitig trifft der Personaler die erste Entscheidung (die Empfehlung),
ohne jemals selber in dem Beruf des Bewerbers gearbeitet zu haben.

Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Wer hat sich das ausgedacht?

Ein guter Menschenkenner wird kein Personaler.

Menschen unter Stress schnell und überdurchschnittlich häufig korrekt einzuschätzen,
ist eine sehr wertvolle und extrem selten beherrschte Fähigkeit. 

Solche Leute führen Verhandlungen im großen Umfang für Konzerne und Regierungen,

oder sind Top Verkäufer in Ihrer Branche.

Die arbeiten nicht für kleines Geld in einer Personalabteilung.

Fachliche Kompetenz allein ist nicht der Schlüsselfaktor.

Hier kommt abermals die Persönlichkeit des Bewerbers ins Spiel.

Wenn dies tatsächlich ein entscheidender Faktor ist, warum man jemanden einstellt,
müsste das Thema Betriebsklima in jeder Firma ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.

Auch der Chef müsste im zwischenmenschlichen Miteinander (auf Augenhöhe),

alles in seiner Macht stehende tun, damit jede Person im Unternehmen mit Freude kommt.

Alle Untersuchungen zu dem Thema Mitarbeiterzufriedenheit und Personalführung
erteilen diesem Ammenmärchen eine schallende Ohrfeige.

Warum ist das so, wenn der Einstellungsprozess angeblich funktioniert?

Andersrum gefragt: Warum bleibt man bei diesem Prozess, obwohl er erwiesenermaßen nicht funktioniert?

Weil alle es so gelernt haben.

Wenn ein junger Mensch zwischen 16 und 20 in die Ausbildung geht,

hat er nicht die Erfahrung (und auch keinen Grund), das gelernte zu hinterfragen.


Unser Bildungssystem ist auf Wissensvermittlung ausgelegt.

Den Lehrstoff kritisch zu hinterfragen und abweichende Konzepte zu entwickeln ist nicht Bestandteil des Lehrplans.
Es ist Resultat des humboldtschen Bildungsideals, mit Schwerpunkt auf quantifizierbarer Allgemeinbildung.

 

Dienst nach Vorschrift ist genau das, was damals im preußischen Königreich gewollt war.

Unser nicht mehr Zeitgemäßes Bildungsystem ​trägt seinen Teil dazu bei,
dass wir uns 200 Jahre später immer noch damit herum schlagen.

 

"Warum denken die nicht einmal mit?" 

Sie Sie ehrlich, dass haben Sie doch auch schon mehr als einmal gedacht, oder?

Aber damit wir tun den Menschen unrecht. Vom Kindergarten an wird kritisches Hinterfragen nicht gefördert.

Menschen, deren Denkweise sich vom Durchschnitt abhebt, schlagen eben deswegen einen anderen Lebensweg ein. 

Nur wer anders denkt, handelt auch anders.

Es gibt einen Grund, warum (je nach Statistik) nur 5% der Menschen den Weg in die Selbstständigkeit wagen.

Die, die es nicht tun, werden eben Angestellte.

Von denen nun zu verlangen, wie ein Unternehmer zu denken ist eine Wunschvorstellung.

Sie sind es nicht, deswegen denken sie auch nicht so.

Es sei denn, wir bringen es ihnen bei.

Erst Umdenken.

Dann Mitdenken.

Sie sind anderer Meinung?

Beweisen Sie mir das Gegenteil:

Sie bringen ein paar positive Beispiele aus Ihrer Firma, und ich bringe Millionen Gegenbeispiele aus zahllosen Studien über Mitarbeiterzufriedenheit, Betriebsklima und Mitarbeitermotivation.​

 4 Wochen warten? Das sind 4 Wochen, in denen andere Unternehmen die Chance haben, Ihnen die besten Leute wegzuschnappen. 4 Wochen, in denen ein Bewerber woanders unterschreiben kann.

Ganz zu schweigen von dem Signal. Was bedeutet es denn, wenn ich Wochenlang keine Antwort bekomme?

Das ist ein Schlag ins Gesicht. Ein wortloses NEIN DANKE. Wertschätzung sieht anders aus.

Ist das wirklich durchdacht?

Wir sehen, wie verloagen alles ist, wenn sich das umfreht: fachkraft kann unverschähmte forderunen stllen

ich weiß was sie jetzt denken: bestimme leuten muss man eben zugeständnisse machen, wenn man sie haben will

ok. aber eamit wirft man seine grundsätze über bord. und die ungerechtigkeit nimmt ihren lauf, wenn wir schlechter bezahlten angestellten ganu das verlangen, 

Welches sind Ihre Schwächen?

Niemand sagt Chef ist arsch

Einladen statt vorladen

Kein Personalerbashing.

Nur Systemkritik.

Ich vermute, sie haben sich beim lesen mehrfach auf die Zunge gebissen, und sich gefragt,
was dieser arrogante Typ sich einbildet, alle Personaler über einen Kamm zu scheren.

Das System funktioniert nicht.

Ich will meinen Teil dazu beitragen, es positiv zu verändern.

Grundvoraussetzung dafür: die Fehler müssen angesprochen werden.

Gibt es Ausnahmen? 100%.
Aber funktioniert ein System, wenn man auf Ausnahmen hinweisen muss?

Der Mensch ist kein Rohstoff!

Wenn Sie sich durch meine Seite gelesen haben, wissen Sie,
dass ich nicht die Person hinter der Jobbezeichnung kritisiere.
Ich bin tausendprozentig sicher, dass jeder Mensch sein bestes gibt.

Moralisch gibt es da keinen Vorwurf.

Nur fachlich ist es eben nicht ausreichend. Und das ist Systembedingt.
Das gesamte Konzept, Menschen als Human Ressource (austauschbare Arbeitskraft) zu degradieren,
sollten wir überdenken, denn es beschreibt den unbewussten Umgang mit Arbeitnehmern. 

Wen wundert es, dass sich Millionen von ihnen in der Firma nicht wohl fühlen?

"Eine Ressource ist ein Mittel, um Ziele zu verfolgen, oder einen Vorgang zielgerecht ablaufen zu lassen.

Betriebswirtschaftlich werden darunter Betriebsmittel, Geldmittel, Rohstoffe, oder Personen verstanden."

[verkürzter Auszug aus Wikipedia]

 

Wie hört sich das für Sie an?

Das hat in der Vergangenheit (mehr schlecht als recht) noch funktioniert, aber nicht mehr lange. 

Die Generationen Y&Z sind nicht mehr bereit, wie die Nachkriegsgeneration zu malochen.

Selbstverwirklichung und Sinn haben den Gehorsam ersetzt. (Gutes Video dazu, unbedingt anschauen!)

Schon morgen wird sich die Arbeitswelt massiv verändern.

Allein der Covid Lockdown wirft plötzlich ein ganz neues Licht auf das Thema Homeoffice.

Das waren nur ein paar Wochen. Was glauben Sie, wird passieren, wenn durch technologische Entwicklungen
Millionen Menschen in diesem Land ihren Job verlieren? Wird es ein BGE geben müssen?

Egal wie sich die Zukunft entwickeln wird, es wird anders. Und es gibt kein zurück.

Allein solch eine vage Zukunftsaussicht macht deutlich, dass ein festhalten am gewohnten Unsinnig ist,
und die Transformation nur verzögert. Aber niemals stoppen kann.

Wollen Sie Gewinner oder Verlierer der Zukunft sein?

Dann fangen Sie jetzt an, den Umgang mit Ihrem Personal dem Jahr Jahr 2020 anzupassen.

Recruitment und Assessment Center ist 1980. Das stand mal in einem Managermagazin,
seitdem macht es jeder, ohne es zu hinterfragen. 

Gern geschehen.

Zusammenfassung
Ressourcen denken nicht mit.

1. Ersparen Sie Ihren Bewerbern den Gang durch die Mühlen des Assasinations Centers.

2. Wenn Sie wollen, dass Ihre Leute mitdenken, bringen Sie es ihnen bei.

Alles weiche Faktoren, die schwer zu greifen, aber auf dem Kontostand deutlich zu lesen sind.

Wer Menschen führt,
sollte für die Konsequenzen seines Handelns bereit sein.

Kontakt

Jens Meyer

Praktikables Personalcoaching

✉ jens.meyer@vonnichts-kommtnichts.de

 040 58 972 145

Niendorfer Kirchenweg 15

22459 Hamburg

Steuernnummer: 45/160/04059

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